©2017 Mirco Taliercio - Fotograf - Muenchen - Studio 108

Der Spiegel Text, der den Betrugsfall offenlegte. Text von Ulrich Fichtner, erschienen am 19.12.2018. Im Auszug

December 19, 2018

 

"........Moreno nutzt eine Recherchereise in die USA, um noch mehr Material gegen Relotius zu sammeln, vor allem aber, um sich selbst zu schützen. Ihn treibt der unerträgliche Gedanke um, dass sein eigener Name über einer Geschichte steht, die er für unwahr hält in weiten Teilen. Für das SPIEGEL-Sportressort beginnt er mit der Arbeit an einer Reportage über den Boxer Floyd Mayweather, den aktuell bestbezahlten Sportler der Welt. Mit an Bord ist der Münchner Fotograf Mirco Taliercio, der bei der Vermittlung eines Treffens mit Mayweather geholfen hat, Moreno und Taliercio sind gut befreundet.

Deshalb nimmt ihn Moreno auch auf den geheimen zweiten Teil seiner Reise mit: Er möchte Tim Foley besuchen, den Chef der Bürgerwehr Arizona Border Recon, und vielleicht auch Chris Maloof finden, den Mann in Tarnkleidung, der im SPIEGEL Jaeger heißt. Da beide in der SPIEGEL-Geschichte auftauchen, muss Claas Relotius mit beiden Kontakt gehabt haben, jedenfalls dann, wenn alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Mit Jaeger/Maloof will er schließlich ganze Tage und Nächte in der Wüste verbracht haben, wenn sich der Amerikaner daran nicht erinnert, wäre das mehr als merkwürdig. Moreno gelingt es, zu Foley Kontakt herzustellen. Über ihn wird er auch Maloof treffen können.

imago/ CHROMORANGE

Moreno und der Fotograf Taliercio kommen aus Las Vegas, sie fahren 770 Kilometer im Auto nach Arivaca, Arizona, wo Bürgerwehrler Foley alias Nailer gegen eine Gebühr von 200 Dollar mit ihnen zu sprechen bereit ist. (Anmerkung von Mirco Taliercio: Foley und ABR verlangen für Gespräche mit der Presse eine Fee. Dies wird auf der Homepage von ABR erwähnt. Für das Gespräch und das Videointerview wurde von Foley kein Geld gefordert und es wurde kein Cent bezahlt)  DieseMoreno zeigt Foley ein Bild von Relotius. Es gibt ein Video davon, und es ist für jeden erschütternd, der bis dahin geglaubt haben mag, Claas Relotius sei nichts als der zuverlässige, freundliche Mensch, als den man ihn die längste Zeit zu kennen glaubte. Der Amerikaner sagt, klipp und klar, er habe diesen Deutschen noch nie in seinem Leben gesehen............."

 

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